Cannabis Aktien aus Kanada

Cannabis Aktie sind für Insider in aller Munde. Seit Anfang 2017 ist ein regelrechter Boom entstanden. Nicht nur private Klein- und Großaktionäre haben den Trend erkannt, auch große Getränkehersteller und Unternehmen mit Schwerpunkt Alkoholproduktion und Vertrieb springen auf den Zug auf. Diese beteiligen sich direkt, wie das Beispiel Coca-Cola mit dem Millioneninvestment bei Aurora Cannabis zeigt, oder aber partizipieren indirekt vom Cannabis-Hipe. Sehr bekannte Bierbrauer mit Sitz in den Vereinigten Staaten zeigen Interesse, spezielle Sorten mit Cannabisextrakten anzubieten. Umfragen zeigen, dass der Alkoholkonsum weltweit immer weiter abnimmt und nichts liegt da näher als die Annahme, dass die Kunden zu anderen gemütssteigernden Drogen abwandern. Im Bereich der eZigaretten können wir ein ähnliches Phänomen beobachten. Immer weniger Menschen rauchen Tabak-Zigaretten, der Markt sinkt seit Jahren. Hingegen die Alternative eZigarette, ePfeifen und Vaporisatoren immer mehr an Fahrt aufnehmen.

Gerne möchte ich euch heute einige Pot-Stocks vorstellen, wobei ich erwähnen möchte, dass dies keine Empfehlung zur Aktien-Anlage darstellen soll. Vielmehr möchte ich einen Überblick zur Entwicklung geben und Einblicke in die Welt des Cannabis-Aktien High geben.

Beginnen möchte ich meine Vorstellung mit Aurora Cannabis. Das kanadische Unternehmen mit Sitz in Vancouver hat sich zum Ziel gesetzt „schnell wachsen und den Markt erobern“.   Zu den Tochterunternehmen von Aurora Cannabis gehören CanniMed, Peloton Phanrmaceuticals Inc., BC Northern Lights Enterprises, Pedanios GmbH (Deutschland), H2 Biopharma Inc., MEDRELEAF CORP und einige mehr. Mit der erst kürzlich abgeschlossenen Akquisition von MEDRELEAF CORP wird die mächtige Aurora Cannabis zum größten Hersteller für medizinisches Cannabis weltweit. Insgesamt verfügt Aurora Cannabis somit über 11 Anbau- und Produktionsanlagen, neun in Kanada und zwei in Dänemark, mit einer geplanten Kapazität von mehr als 570 Tonnen bis Ende 2019. Der aktuelle Kurs liegt bei 5,25 EUR (stand 14.09.2018) und die Marktkapitalisierung liegt bei 5,28 Milliarden EUR. Im Dezember 2017 und Januar 2018 hatte die Aktie einen Wert von über 9,00 EUR. Der Verlust kann durch die großen Zukäufe und das insgesamt eingeschätzte Harakiri Modell von Aurora erklärt werden. Nach der großen Expansion sollte sich das Unternehmen auf Festigung und Absatz konzentrieren, dann wird die Aktie auch über 10 EUR in 2019 steigen können, wie Analysten erwarten.

Der Newcomer und Durchstarter im Markt ist Tilray. Das Unternehmen mit Sitz in Nanaimo Kanada ist erst seit 18.07.2018 im NASDAQ gelistet und startet mit 17 USD. Mit dem heutigen Tag (14.09.2018) liegt die Aktie bei 119 USD (84,50 EUR) und schießt damit den Vogel unter den Pot-Stock Aktien ab. Die Marktkapitalisierung liegt bei über 7,7 Milliarden USD. In kürzester Zeit hat sich Tilray die größten Investoren an Land gezogen und kann damit aus dem Vollen schöpfen. Derzeit befindet sich die zweite Anbau- und Produktionsanlage in Enniskillen (Ontario Kanada) im Bau und Ende 2019 sollen pro Jahr 51 Tonnen medizinisches Cannabis geliefert werden. Mit großen Partnern in Europa und auch Deutschland setzt Tilray auf den Vertrieb von Cannabisöl und Blüten in medizinischer Qualität. Wie man bei Leafly.de lesen kann, gibt der Mutterkonzern bekannt, dass die behördlichen Export-Import-Genehmigungen zur Verteilung an deutsche Patienten mit dem heutigen Tag vorliegen. Das gab der Aktie heute kurzzeitig einen enormen Aufschwung, dieser wurde jedoch durch die schlechten Nachrichten aus den USA wieder abgefedert. Dazu jedoch später mehr. Insgesamt setzt Tilray auf verhaltenes, strategisch sinnvolles Wachstum und vor allem auf Absatz. Der Verkauf der Produkte steht im Vordergrund, wobei die Produktion sukzessive mitwachsen soll. Das gibt Vertrauen für die Anleger und spiegelt sich auch in der Aktie wieder. Über den Einstieg von Getränkeherstellern ist hier nichts bekannt, sollte auch nicht, da Tilray eher den medizinischen Sektor abdecken möchte und keinen großen Wert auf Partyprodukte setzt. Außerdem ist zu erwähnen, dass Tilray eine sehr beliebte Tochter namens Leafly.com sowie Leafly.de (Hanf Blog Seiten), mit insgesamt über 14 Millionen Subscribern, hat. Hier werden Meinungen gebildet und viel Stimmung gemacht, was sich ebenfalls im Vertrauen der Anleger auszahlt.

Als nächstes möchte ich Canopy Growth Corp. Mit Sitz in Smith Falls Kanada vorstellen. Das kurz Canopy genannte Unternehmen hat seit ihrem Start in 2014 eine Marktkapitalisierung von über 9 Milliarden EUR erreicht, hat in der 52-Wochenhoch Betrachtung vom 16.09.2017 (6,77 EUR) bis heute (35,81 EUR) mehrere hundert Prozent Steigerung erfahren. Im Erfolg sehen Analysten die strategisch sinnvolle Akquisition von Partnern und den Focus auf Umsatz und Ausbau. Mit ca. 40 Millionen EUR Umsatz pro Jahr ist Canopy führend in der Cannabis Branche und baut weiter fleißig aus. Die bekannteste Tochter ist seit 2016 Bedrocan Cannabis Corp., welche das in Deutschland meist verschriebene Cannabismedikament in Blütenform Bedrocan herstellt und vertreibt. Vielleicht ist es auch das bekannteste um am liebsten von Ärzten gewählte Cannabisblüten Präparat in ganz Europa. Zum Schwerpunkt der vergangenen Wochen gehörte der Ausbau in Lateinamerika, dem Markt mit den meisten Ländern in denen der Anbau von medizinischem Cannabis geduldet oder erlaubt ist. Zu den aktuellsten Akquisitionen gehört Spektrum Cannabis in Chile. Der deutsche Partner Spektrum Cannabis GmbH ist in der Forschung und Entwicklung sowie zukünftig dem Import engagiert. Vielleicht erhält Canopy auch in Deutschland einige Loose im Rahmen der Ausschreibungen zum Anbau von med. Cannabis. Das würde einen erneuten Schub für die Aktie bedeuten.

Als nächstes kanadisches Unternehmen möchte ich die Maricann Group mit Sitz in Burlington vorstellen. Die im Vergleich zu den vorherig genannten Unternehmen noch sehr kleine Maricann hat viel vor, wie man den Aussagen von CEO Benjamin Ward und Director of Investor Relations Graham Farrell entnehmen kann. Die Aktie ist am heutigen Tag mit 1,41 EUR fast ein Pennystock, hat dafür aber das größte Potential. Im Januar lag die Aktie noch bei über 2,80 EUR und es spricht einiges dafür, dass man Ende 2018 oder spätestens Mitte 2019 diesen Wert wieder erreicht. Die strategischen Investments sprechen eher für ein Potential einer Aurora oder Canopy Aktie. Dazu muss man das Geschäftsmodell von Maricann verstehen. Mit Unternehmensstandorten in Kanada, Malta, Schweiz und Deutschland stellt man sich sehr breit für verschiedene Märkte auf, produziert und verarbeitet jedoch in einem dezentralen Modell. In Malta steht hauptsächlich Forschung und Extraktion im Vordergrund und in der Schweiz betreibt man über die Anfang 2018 akquirierte Haxxon AG die Aufzucht von weiblichen Pflanzen. In Langton Kanada besteht bereits eine 160.000m² große hightech Anbau- und Produktionsanlage für medizinisches Cannabis. Diese Anlage verfügt über die wichtige GMP-Zertifizierung seit Ende April 2018 und damit ist die Erlaubnis zum Export nach Europa gegeben. Weitere Anlagen sind im Aufbau um weiter wachsen zu können. Auch im deutschen Ebersbach wurde vor kurzem die erste europäische Produktionsanlage mit einem Investitionsvolumen von ca. 25 Millionen EUR fertiggestellt. Hier werden derzeit CBD Blüten, CBD Kristalle und die ersten CBD-Kapseln von Maricann hergestellt. Der Clou ist, dass die Maricann CBD-Kapseln ein innovatives Wirkstoffprinzip im Rahmen der Absorbtion im Körper nutzen und darauf hält Maricann ein 30jähriges Patent. Mit Weitblick auf die Cannabismedizin der Zukunft ist das ein genialer Schachzug. Noch in diesem Jahr erwartet Maricann für Deutschland eine Betäubungsmittelzulassung und man hat sich mit dem Head of Sales Geoff Kosar, ehemals Diageo, einen Insider der Genussmittelbranche ins Boot geholt. Mit Weitblick für weitere entstehende Konsumentenmärkte hat man mit ihm und seinen Kontakten einen idealen Türöffner. Im Großen und Ganzen ist Maricann für mich die PotStock Aktie mit dem größten Potential. In Zukunft werden die großen Investoren hier mit einsteigen, wahrscheinlich auch aus der Genussmittelindustrie und dann geht es mit mehr Kapital weiter nach oben. Derzeit fehlen jedoch noch die Absatzmärkte, aber die Lizenzen kommen ja bald.

Neben den Einzelvorstellungen möchte ich noch die Neuigkeit des Tages erwähnen. Nach einem aktuellen Artikel von „Der Aktionär“ drohen die USA mit einem Einreiseverbot für PotStock Investoren sowie deren Arbeiter zu verhängen. Anscheinend sieht man, dass die Kanadier die Amerikaner im weltweiten Absatz von med. Cannabis sehr weit hinter sich lassen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Die Amerikaner verschlafen aufgrund ihrer restriktiven Politik auf Bundesebene und deren Exportvorschriften, nicht nur aus Amerika raus, sondern auch zwischen einzelnen Bundesstaaten, den Cannabis Markt. Man sieht zukünftige neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in Gefahr. Das hat allen Cannabis Aktien heute einen herben Dämpfer verpasst, teilweise um 14 Prozent Kursverfall. Wenn man versteht, dass die USA zwar ein großer aber nicht der einzige Markt ist, dann kann man von einer schnelle Erstarkung der Aktien ausgehen. Die Unternehmen mit Weitblick und globalem Engagement werden sich umso schneller erholen und weiter steigen. In der nächsten Woche berichte ich mehr.

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