Cannabis – Verbote damals und Rekultivierung heute

Seit vielen Jahrhunderten ist die Marihuana Pflanze als Heil- und Nutzpflanze in der ganzen Welt bekannt. Chinesische Schriften um 300 v.Chr. beschreiben die Wirkung gegen Malaria, Rheuma, psychische Erkrankungen und viele andere Leiden. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde auf Hanfpapier geschrieben und gilt bis heute als das bedeutendste Dokument der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch die 1455 gedruckt Gutenberg-Bibel wurde auf Hanfpapier gedruckt. Erst in den 1940er Jahren führte nach dem Ende der Alkohol Prohibition in den USA eine große Kampagne der Alkohol-Industrie in Zusammenarbeit mit den politischen Führern, zu einer Prohibition gegen Hanf. Bis zu diesem Zeitpunkt war in fast jedem Medikament ein Wirkstoff aus der Hanfpflanze enthalten.

Um eine Erklärung für diese historische Entwicklung zu finden, stellen wir an dieser Stelle eine etwas gewagte These auf. Wir vermuten, dass die Prohibition gegen Hanfprodukte einhergeht mit der Entwicklung von kapitalisierten Pharmaunternehmen und der Etablierung von chemischen Medikamenten. Um das zu verstehen müssen wir erklären, dass es keine Möglichkeit gibt Patente auf Naturprodukte anzumelden. Das bedeutet man kann mit Naturmedizin in reiner unverarbeiteter Form kein Geld verdienen!

Die ersten Regelungen zu Hanf wurden im Staatenbund der deutschen Gebiete in der „Verordnung, betreffend den Verkehr mit Apothekerwaren“ im Jahr 1872 getroffen, wonach Cannabis nur noch in der Apotheke erhältlich war. Im Zuge des verlorenen ersten Weltkrieges musste das Deutsche Reich im Jahre 1920 das erste deutsche Opiumgesetz erlassen. Hier ging es ausschließlich um das Verbot von Morphin, Opium und seine Abkömmlinge sowie Kokain. Cannabis war zu diesem Zeitpunkt nicht unter Prohibition gestellt. Erst die Genfer Opiumkonferenz 1924/1925 beschloss ein globales Cannabisverbot. Am 10.12.1929 wurde die neue Opiumkonvention durch Beschluss des Deutschen Reichstages im Reichsgebiet gültig. Grundsätzlich war Cannabis ab diesem Zeitpunkt in Deutschland gültig, jedoch konnte man Cannabis als Medizin weiterhin in Apotheken erhalten. Der medizinische Aspekt von Hanf trat immer weiter in den Hintergrund als sich Pharmaunternehmen überall in der Welt etablierten. Den Förderer dieser Entwicklung möchten einmal genauer beschreiben.  

John D. Rockefeller (08.07.1839 – 23.05.1937), einer der mächtigsten Männer der Welt zu dieser Zeit, finanzierte 1890 die Gründung der Universität von Chicago. 1903 gründete er das General Education Board und brachte so Lehrbücher in Schulen sowie an andere Universitäten und finanzierte Forschung im Sinne des Kapitals. Sein Engagement bezog sich nicht nur auf Bildung, Landwirtschaft, Wissenschaft und Krankenfürsorge. Darüber hinaus hatte er auch sehr großen Einfluss auf Politiker und Banken. Er gründete viele Unternehmen (Standard Oil Company, Exxon Mobil) und Banken, unter anderem die Chase Manhatten Bank und  J.P.Morgan & Co. Der Einfluss seiner Familie reicht bis heute in alle Winkel der Welt. Man kann und darf dieser Familie nicht den Einfluss auf die damalige Gesetzgebung absprechen. Daher schreiben viele Historiker ihm eine maßgebliche Beteiligung an der Entwicklung unserer Gesellschaft zu.

Erst in den 1960er Jahren wurde mit der Flower-Power-Bewegung die Rekultivierung und Etablierung in der Gesellschaft der USA angestoßen. Wahrscheinlich merkte diese Generation, dass die Pharmaunternehmen nicht immer im Sinne der Menschen handeln und daher kam es auch gleichzeitig zum Auflehnen gegen das Establishment. Auch die deutsche Studentenbewegung, auch genannt die 68er Bewegung, entdeckte das Marihuana für sich und die Bundesregierung erließ am 22.12.1971 das Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln. Dieses novellierte das bis dato bestehende Opiumgesetz und stellte den Umgang mit Cannabis und deren Erzeugnisse unter Strafe. Die zweite Überarbeitung erfolgt dann 1981 mit der Neuordnung des Betäubungsmittelgesetzes. Hier wurden nun auch chemische Verbindungen in der Anlage 1 explizit benannt, wobei trotzdem Pflanzen, Pflanzenteile und Harze der Cannabispflanze als solche genannt werden. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine einfachen Verfahren um das ebenfalls benannte Tetrahydrocannabinol von den anderen Cannabinoiden, Terpenen und Flavinoiden zu trennen. Daher bezieht sich die Bundesopiumstelle (dem BfArM untergeorndet) immer noch auf diese Verallgemeinerung. Mit der technischen Entwicklung muss dringend eine Novellierung her, und unseres Erachtens sollte man eine Trennung der Cannabinoide vornehmen.

In den Vereinigten Staaten von Amerika hat die U.S. Drug Enforcement Agency (DEA) alle Produkte als illegal eingestuft, trotzdem werden CBD Produkte in allen Bundestaaten online sowie offline verkauft. Es scheint eine Toleranz bei der Strafverfolgung zu geben, welche auch in vielen Ländern Europas vorherrscht.

Der allgemeine Trend in Europa und den USA ist, dass Patienten CBD Produkte als bessere Alternative zur allgemeinen Schulmedizin sehen. Mehr dazu beschreiben wir in unserem Artikel „CBD – Ein Markt der Zukunft?“

Seit 2014 entwickelt sich der Markt für Cannabidiol Produkte enorm. Landwirte erkennen, dass man mit Nutzhanf nicht nur für den Lebensunterhalt sorgen kann, dass sogar besser als mit Getreide oder Mais. Nein, man weiß um die Wirkung des Hanfes auf die Böden und das man damit ausgelaugte Böden wieder in seinen gesunden Ursprung versetzen kann. Das ist enorm wichtig, da ein Großteil der Anbauflächen auf der ganzen Welt sehr verbraucht und nur noch mit dem Einsatz von Düngemitteln nutzbar machen kann. Mehr dazu werden wir euch in einem weiteren Artikel beschreiben.

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