EU Nutzhanf – Anbau und zugelassene Sorten

In der Europäischen Union und der Schweiz gibt es derzeit 53 zugelassene Sorten Nutzhanf, welche unterschiedliche Spezifikationen hinsichtlich der Form, Samenausprägung und des CBD-Gehaltes haben. Santhica 27, Finola und Fedora sind die CBD-haltigste aller Nutzhanfsorten. Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Anmelder bzw. Hersteller in der EU, diese vergeben für ihre Genetik einen speziellen Namen. Die häufigsten Zulassungen wurden in den Ländern Ungarn, Rumänien, Frankreich, Niederladen und Polen vergeben, wobei die EU Fördermittelprogramme für Bauern hierbei sicher eine große Rolle spielen. Mit der Verordnung (EU) 1307/2013 hat die Europäische Union umfangreiche Fördermöglichkeiten in überwiegend struktur- und wirtschaftsschwachen Regionen geschaffen. Dennoch kann man dieser Entscheidung entnehmen, dass grundsätzliches Interesse an der Förderung der Urpflanze Hanf besteht, wenn auch der eigentliche Zweck eher die verarbeitenden Industrie vorbehalten bleiben sollte. Dem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt und vielen Unternehmergeistern ist es zu verdanken, dass die Hanfpflanze nun auch im Rahmen der Nahrungsergänzung und in Kosmetika verwendet wird. Der Markt dafür entsteht gerade und es besteht eine Goldgräberstimmung bei vielen Unternehmen.   

In Deutschland ist die Zulassung zum Anbau von CBD-haltigem Cannabis unter 0,2 Prozent THC per Antragstellung nur für landwirtschaftliche Betriebe möglich. Privatpersonen dürfen CBD Hanf nicht anbauen. Wenn der Bauer seine Zulassung hat, muss er vor der Ernte die Kontrollstelle für Probennahmen informieren. Derzeit wird in Deutschland sehr viel Outdoor Cannabis, sprich auf Feldern unter freiem Himmel, angebaut. Die Anbauflächen steigen von Jahr zu Jahr, da die Margen für die Bauern sehr attraktiv sind. Die Rekultivierung der ausgelaugten Böden, als weiteren Vorteil für Mutter Erde, spreche ich in diesem Zusammenhang nur in diesem Satz an.

Aufgrund der Ausschreibungskriterien im Bereich medizinischem Cannabis durch die Deutsche Cannabisagentur sind die Marktführer daran gebunden, in standardisierten Verfahren, Indoor, also in abgeschlossen Hallen zu produzieren. Hierbei erhofft sich diese in 2017 neu geschaffene Bundebehörde eine immer gleich bleibend gute Qualität. Das schafft als positiven Nebeneffekt auch Arbeitsplätze und neue Steuereinnahmen.  Dass die angestrebte Menge von deutschem medizinischem Cannabis von ca. 2 Tonnen bis zum Jahr 2022 nicht ausreicht, sollte jedem klar sein der auch nur ein wenig Marktüberblick hat. Die diesem Wert übersteigende Nachfrage soll dann weiterhin über Importe abgedeckt werden. Dafür ist wiederum das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizin (BfArM) zuständig. Auf Nachfragen meinerseits bei dem BfArM und der dort integrierten Cannabisagentur, bezüglich der Sinnhaftigkeit der angestrebten Mengen und Ausschreibungskriterien, wurde mir keine Erklärung geliefert. Man konnte aber klar erkennen, dass dort keine Änderung am derzeitigen System gewünscht ist und man eher an dem alten „guten“ Verfahren festhalten würde. Die Teillegalisierung in Deutschland ab März 2017 scheint überraschend zu sein und im September 2018 ist man noch immer nicht  sehr begeistert von der Möglichkeit „Cannabis als Medizin.“  Angestellte und Beamte eben. Auch meine Fragen bezüglich der benötigten Sorten, mit welchen CBD / THC Verhältnis, und welche Mengen benötigt werden, konnten und wurden nicht beantwortet. Mir wurde von höchster Stelle entgegnet, dass es mein eigenes unternehmerisches Risiko sei, welche Pflanzen ich importiere und dem BfArM anbiete. Auch konnte man mir die so oft von Cannabis-Patienten bestätigten Engpässe bzw. Verfügbarkeit von med. Cannabis nicht bestätigen. Die Apotheken sind nicht in der Pflicht eine Mindermenge an bestimmten Sorten zu melden. Nach Auskünften vom Deutschen Hanfverband gilt in der BRD der Grundsatz, dass solange eine Sorte in irgendeiner Apotheke in Deutschland verfügbar ist, besteht kein Engpass. Ein Hamburger Patient muss gegebenenfalls nach München reisen, wenn seine verschriebene Sorte dort in einer Apotheke erhältlich ist. Die Fahrtkosten werden natürlich nicht erstattet. Ein Irrsinn der nach meiner Meinung hier herrscht.  

Es muss ein klares Umdenken auf politischer Ebene her, damit das bestehende Verfahren „Cannabis als Rezepturarzneimittel“ aufgeweicht wird. Das Umverarbeiten und Verpacken in den Apotheken treibt den Preis nur in die Höhe. In standardisierten Verfahren sollten Hersteller die Produkte zur direkten Abgabe aufbereiten können.  Krankenkassen sollten mit Herstellern Rabattverträge schließen können, um die Belastung in den nächsten Jahren besser auffangen zu können. Dazu werde ich mich in einem weiteren Beitrag demnächst näher beschäftigen und euch detailliertere Informationen liefern.

Hier ein Liste der Nutzhanfsorten in der EU und Schweiz (stand September 2018)    

Antal

Armanca

Beniko

Białobrzeskie =Bialobrzeskie (seit Jan. 2018 nicht in BRD zulässig)

Cannakomp

Carma

Carmagnola  (seit Jan. 2018 nicht in BRD zulässig)

Carmaleonte

Chamaeleon

Codimono

CS

Dacia Secuieni

Delta-405

Delta-llosa

Denise

Diana

Dioica 88

Eletta Campana

Epsilon 68

Fedora 17

Felina 32

Férimon

Fibranova

Fibrol

Fibror 79

Finola

Futura 75

Ivory

KC

KC Bonusz

KC Dora

KC Virtus

Kompolti

Kompolti hibrid TC

Lipko

Lovrin 110

Marcello

Markant

Monoica

Rajan

Ratza

Santhica 23

Santhica 27

Santhica 70

Secuieni Jubileu

Silvana

Szarvasi

Tiborszallasi

Tisza

Tygra

Uniko B

Uso-31

Wielkopolskie

Wojko

Zenit

Zuzana

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